Die Revolution ist das größte, alles andere ist Quark.
Rosa Luxemburg

Sonntag, September 26, 2004

Was macht man am zunächst sonnigen, später verregneten frühherbstsamstagnachmittag? Gehn wir mal zur Ersten Friedrichshainer Kunst- und Gewerbemesse ins Propeller - "Kunstraum und Bar" oder so ähnlich, mal sehn, was sich in der Szene so tut, denkt man sich. Vielleicht hätte man vorher die Ankündigung genauer lesen sollen, denn "Diese Messe richtet sich an Menschen, die begreifen, dass Ihr Lebensgefühl für viele Käuferschichten attraktiv und wertvoll geworden ist."

Aha, deshalb konnten sich die Veranstalter auf dem Besucherfragebogen auch nur zwei kategorien von Menschen vorstellen: "Besuchst Du die Messe als [ ] Verkäufer oder [ ] Käufer?" Eine dritte Kategorie durfte man dazuerfinden, gilt dann aber wahrscheinlich als zu subversiv. Dabei gab es durchaus gute Ideen zu betrachten. T-Shirts, die durch Logos oder politische Icons beim Tragen selbst zur Kunst umgewidmet werden (und zusätzlich vor Sonnenbrand schützen) gab es zum Beispiel von Künstlerinnen aus dem Ladyfest-Umfeld zu bestaunen. Was passiert wenn aus meiner Konsumkritik selbst ein Konsumprodukt wird? Okay, diese Frage wird jeden Sonntag aufm Boxi beantwortet.

Kurzum, sie können unterscheiden zwischen an und verkaufen, das scheint der neue alte Weg des Friedrichshainer Ex-Undergrounds zu sein. Prädikat: nicht empfehlenswert. Mehr Kunst - weniger Supermarkt.

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