Die Revolution ist das größte, alles andere ist Quark.
Rosa Luxemburg

Sonntag, August 27, 2006

Linux from Scratch - Die Herausforderung (1)

Jetzt ist es wohl soweit. Nach sechs Jahren eigentlich ganz zufriedener Arbeit mit Linux (SuSE, Mandrake) und nachdem Pro Linux die neueste Version von Linux from Scratch angekündigt hat hab ich mir vorgenommen es selbst zu probieren: ein komplettes System diy-mäßig zusammenzustellen. Ich wollte ja schon immer wissen, was so unter der Haube läuft... Wenn das mal keine Schnappsidee war. Aber schließlich, das Wetter zieht mich nicht mehr zum Badesee und so ein verregneter Sonntagnachmittag am Rechner hat ja auch was für sich.

Linux From Scratch (LFS) ist die Anleitung die mich wahrscheinlich die nächsten paar Monate beschäftigen wird. Über meine Erfahrungen mit dem eigenen Linux werde ich hier wohl berichten. Es ist ein Experiment, und vielleicht scheiter ich, vielleicht verlieb ich mich lieber und ziehe Nachts durch die Kneipen, vielleicht zieh ichs durch...

Der Anfang war garnicht so schwer: eine Partition für mein neues Linux angelegt (ext3), eingehängt und nun saugt der Firefox dank DownThemAll die benötigten Quellpakete in null komma nix herunter. Nun müssen noch ein paar Verzeichnisse erstellt, ein Arbeitsbenutzer angelegt. Dann noch eine Arbeitsumgebung für den Benutzer erstellen (Das ganze ist mir ehrlich gesagt etwas kryptisch, es geht darum, dass der Benutzer die richtige Shell diese die richtigen Verzeichnisse zum auffinden der Tools nutzt. Ich hab mich einfach an die Anleitung gehalten). Und dann lerne ich noch eine neue Zeitrechnung: die SBU.

Eine SBU (Standart Binutils Unit) bezeichnet die Zeit, die mein Rechner dafür benötigt das erste Paket meines neuen Linuxsystems (binutils) zu kompilieren. An diesem Vergleichswert kann ich mir später ausrechnen, wie lange meine Maschine für die anderen Pakete benötigen wird - ist genug Zeit zum Einkaufen, oder nur zum Kaffeekochen?

Damit wären Kapitel 1-4 schon abgeschlossen... Bisher war alles einfach und für mich (als fünfjährigen Linuxuser) auch größtenteils verständlich. Jetz aber: erstmal Pause.

Ach ja, mein Ausgangssystem ist Mandriva-Linux 2006

Nachtrag: Nun habe ich doch weitergemacht. Kapitel 6 beginnt mit dem Erstellen von Werkzeugen, die für das Bauen des Systems wichtig sind. Bei LFS heißt das ganze toolchain sowas wie ne Werkzeugkette, was auch immer das sein mag. Jedenfalls beginnt das ganze mit dem Kompilieren der binutils , der ersten Sammlung von Werkzeugen, die auf meinem neuen Linux landen. Nun kenne ich auch meinen SBU. Er bezeichnet die Zeit, die benötigt wird, ein Hühnerei hart zu kochen (5 Minuten).

Beim nächsten Schritt wirds wieder knifflig: ich soll gcc, den gnu C-Kompiler kompilieren (diese Rekursion wirft mich noch nicht aus der Bahn, schließlich hab ich ein Muttersystem...), nee, da gibts einen Patch für gcc... Frage ist nur, wie der eingespielt wird (und ob überhaupt schon jetzt oder erst danach??)...

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