Die Revolution ist das größte, alles andere ist Quark.
Rosa Luxemburg

Dienstag, Oktober 26, 2004

WikiNews - Edit the News


Als Ward Cunningham die WikiWiki-Technologie erfunden hat, konnte er sich wahrscheinlich nicht vorstellen, was seine Technik alles bewirken kann. Zum Beispiel die weltweit umfangreichste Enzyklopädie, die nicht nur jeder kostenlos lesen und verwenden, sondern auch verändern, verbessern und vervollständigen kann. Wenns nach der Wikimedia Foundation, einer Art Dachverband der lokalen Wikipedias geht, solln wir in Zukunft auch unsere Nachrichten selbst schreiben (dürfen). Das neueste Projekt der collabarotives heisst WikiNews.
Wir streben an, eine freie Nachrichtenquelle zu schaffen, die jeden Menschen einlädt, Berichte über große und kleine aktuelle Ereignisse beizutragen, sei es aus direkter Erfahrung oder in Form einer Zusammenfassung aus anderen Quellen. Wikinews gründet sich auf die Idee, dass wir etwas Neues erschaffen, nicht etwas Altes zerstören wollen. Es basiert auf dem Glauben, dass wir gemeinsam eine großartige und einzigartige Nachrichtenquelle aufbauen können, die die Medienlandschaft bereichern wird.

Kein Wunder, dass diese Idee die Aktivisten etablierter (fast-)freier Medien auf den Plan ruft.
Da die "Wikipedianer" aber ziemlich genau den deutschen Mainstream widerspiegeln, kann ich mir nicht vorstellen. daß die Nachrichten allzu "unabhängig " werden. Die Mehrheit der User hält den Verfassungsschutz für maßgeblich in der Beurteilung von politischen Gruppierungen und hält alles links von den Grünen für "extremistisch". Kommentar auf Indymedia zu den WikiNews

Im Gegensatz zur Wikipedia-Kultur - bei der ein neutraler Standpunkt gesucht wird, werden bei Indymedia Artikel halbzensiert, das heisst in Indyspeech moderiert. Dies hat den Vorteil, dass unliebsame Meinungen und Beiträge zwar nicht gelöscht, aber dennoch durch ein Moderationskollektiv schwerer zugänglich gemacht werden. Kaum jemand wird wohl in seiner 5-Minuten Surfpause auf den Open Posting-Link bei Indymedia klicken - obwohl dieser durchaus aufschlussreich über die Moderationskriterien ist. Ein "Moderationskollektiv" ist eben immernoch ein mächtiges Gremium. In einem emanzipatorischen Projekt wäre ein Vorgehen wie auf WikiNews durchaus sinnvoller. Vielleicht überholen die Wiki's auf der praktischen Ebene noch die Indys von links.

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