Die Revolution ist das größte, alles andere ist Quark.
Rosa Luxemburg

Donnerstag, Oktober 12, 2006

Amen

Lawrence Lessig - der Erfinder der Creative Commons - stellt in seinem Buch Free Culture recht nachvollziehbar dar, dass Kunst und Kultur keine Produkte/Erfindungen von Einzelpersonen sind, sondern aus einer jahrhundertelangen Entwicklung hervorgehen. So steht die aktuelle Popmusik auf den Schultern der traditionellen afrikanischen Musik (die durch die Sklaven nach Amerika gekommen ist und Stück für Stück weiterentwickelt wurde zu Funk, Hip Hop, Jazz, Pop, Rock usw.). Wie die neuesten Forderungen der Kulturindustrie zeigen, verhindert die Durchsetzung eines strikten Copyrightsystems die Weiterentwicklung von Kunst und Kultur nachhaltig. Hier wird versucht, Hobbymusikern das Nachspielen von Popsongs zu erschweren (und damit das Üben ihres Instruments), dort verstößt das Foto einer Shampooflasche gegen das Copyright des Produktdesigners. In einer solchen Welt ist es verdammt schwierig, sich noch künstlerisch zu betätigen.

Der sogenannte Amen Break ist ein Beispiel, wie sich der Verzicht auf Lizenzforderungen auf die Weiterentwicklung von Kultur auswirken kann. Das Sample aus dem 1969 veröffentlichen Stück "Amen Brother" der Soulband The Winstons war wahrscheinlich die Grundlage von Jungle und Drum and Bass, zumindest hat es diese Musikstile maßgeblich geprägt. Der Künstler Nate Harrison gibt mit seiner Audio Installation Can I Get Amen einen schönen Nachhilfekurs in Sachen Amen Break und Copyright. Kann man nur noch sagen: "Amen, Bruder!" Dank an lfodemon für den Tipp.

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