Die Revolution ist das größte, alles andere ist Quark.
Rosa Luxemburg

Freitag, April 14, 2006

Umsonst leben. Sind Umsonstökonimien machbar?

Wie entkommen wir dem kapitalistischen Verwertungssystem am besten? Eine Antwort darauf könnten Umsonstökonomien sein. Um dieses Thema drehten sich die beiden Workshops, die ich heute auf der Autoorganisation besucht habe. Im Prinzip geht es darum die Sachen, die man zum Leben braucht jenseits des kapitalistischen Markts zu regeln. Das was in der Familie, im Freundeskreis oder in WGs funktioniert müßte sozusagen auf eine höhere Stufe gehoben werden. Dinge und Dienstleistungen müßten auch im größeren Rahmen ohne Gegenleistungen zirkulieren. Damit könnten wir uns wieder unabhängiger von Geld und somit von Lohnarbeit machen.

Ansätze hierzu gibt es in Umsonstläden und Nachbarschaftsnetzen. In vielen Städten existieren "Geschäfte", die keine Geschäfte sind, sondern Austausch und Wiederverwertungsbörsen. Wenn man etwas nicht mehr braucht, kann man es dort abgeben. Ein anderer, der es gebrauchen kann, holt es sich einfach. Geld gibt es in diesen Läden nicht. "Damit stellt der Umsonst-Laden eine wirkliche Alternative zur kapitalistischen Warengesellschaft dar, in der alles einen "Wert" hat und folglich Geld kostet." (Berliner Umsonstladen).

Der zweite Ansatz - Nachbarschaftsnetz - wird von verschiedenen Nachbarschaften praktiziert. Aus einer Genossenschaft in Prenzlauer Berg habe ich gehört, dass eine Liste existiert, was wo im Haus beim Nachbarn geliehen werden kann. Es werden Feste organisiert und Kontakte geknüpft. Die Idee der Umsonst-Ökonomie möchte darüber allerding hinaus. Funktionierende Nachbarschaften sind zwar etwas schönes, der Umsonst-Ökonomieansatz soll größere Zusammenhänge schaffen und möchte keine karitative Einrichtung sein, sondern eine Alternative zur kapitalistischen Verwertung konkret umsetzen. In Berlin wurde letztes Jahr ein solcher Zusammenhang probiert. Die euphorische Projektbeschreibung stammt wohl aus der Anfangszeit, denn es scheint inzwischen nicht mehr zu existieren. Dennoch ist der Text lesenswert und die Idee zu gut, um nicht umgesetzt zu werden. Vielleicht kommen ja aus der Autoorganisation neue Impulse für ein solches Vorhaben.

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