Die Revolution ist das größte, alles andere ist Quark.
Rosa Luxemburg

Montag, Februar 12, 2007

Reise nach Sol City

Die Ankunft auf Sol ist sanft. Ich materialisiere mich im Empfangsgebäude im Stadtteil Salis. Gleich im Nebenraum gibt es eine Mission, in der ich eine Grundausstattung bekomme (Chronokom, Schlepptop, Schutzweste). Vor dem Eingang steht Nelroy, ein Bürger von Sol, der immer zu einem kleinen Plausch aufgelegt ist. Er weiß viel zu erzählen über Sol, den großen Krieg und warum Sol-City unter Glaskuppeln wiedererbaut wurde. Nach einem kurzen Spaziergang durch den bunten Garten von Sol City mache ich eine kurze Rast an einem Imbiss. Die Imbissbesitzerin ist irgendwie traurig und da ich kein Geld habe, kann ich keien Hamburger kaufen.

Dies ist der Anfang einer abenteuerlichen Reise durch das Universum von Final Frontier, einer Welt im Jahr 2374. Final Frontier ist nicht etwa ein 3-D-Rollenspiel oder eine grafische virtuelle Welt, wie World of Warcraft oder Second Life. Final Frontier ist ein klassisches MUD. MUDs (MultiUserDungeons) sind soetwas wie die urzeitlichen Vorläufer von World Of Warcraft & Co. Die Spieler bewegen sich durch ein internetbasiertes Text-Adventure. Grafische Elemente gibt es nicht - nur Beschreibungen der Umgebung. Wer sich noch an die Textadventures aus der Homecomputer-Zeit erinnern kann, findet sich schnell zurecht.

Durch Befehle wie (N)ord, (O)st bewegt man sich durch die Spielwelt. Mit "sage", "betrachte", "kämpfe" usw. kann man diverse Aktionen mit seiner Spielfigur ausführen. Das wandern durch diese virtuelle Welt ist durchaus nicht langweilig oder öde. Man muss zwar viel lesen (und vor allem sehr genau!), wird aber mit bildlichen, schönen Beschreibungen belohnt. Mit witzigen oder brutalen Charakteren bekannt und nebenbei kann man andere Spieler im MUD treffen.

Ziel des Spiels ist das Lösen von Quests (Rätseln), das Kämpfen gegen starke Gegner und allgemein die Erkundung der virtuellen Welt. Dafür bekommt der Spieler Punkte und steigt im Rang auf. Die Rätsel sind oft witzig, die Nicht-Spieler-Charaktere haben alle ihre Eigenheiten: im Spiel kommt man oft in lustige Situationen. Zum Beispiel wenn man von einem Kleindealer eine Pille kauft und diese schluckt...

Verwaltet und programmiert wird das Spiel nicht von einer großen Firma - und auch von keiner kleinen. Die Chefs sind Qs - Spieler, die so gut wie jeden Winkel im MUD kennen und alle Rätsel gelöst haben. Diese entwickeln die Welt stetig weiter, so dass Final Frontier wächst und umfangreicher wird. Die inhaltliche Qualität und die Quantität des Spiels sind beeindruckend. Hier zeigt sich, was sich auch bei Freier Software zeigt: mit Enthusiasmus lässt sich mitunter auch ohne monetäre Entlohnung großes schaffen. Der Lohn für die Qs sind einzig die Spieler, die sich über die detailreiche virtuelle Welt erfreuen.

Infos zum Spiel, eine Anleitung zum Einloggen und erste Hilfe findet man auf ff.mud.de. Gleich mal losspielen kann man hier. Vorsicht: macht extrem süchtig!

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1 Comments:

Anonymous Anonym said...

Sehr schöne Einleitung zum FF! Wers noch nicht kennt, unbedingt mal einloggen :)

Ein nicht näher bekannter Schlumpf

Montag, 12 März, 2007

 

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