Die Revolution ist das größte, alles andere ist Quark.
Rosa Luxemburg

Dienstag, November 02, 2004

Arbeiten statt Betteln - 1 Euro Jobs und seine Vorgänger


Um 1750 hieß das Motto "Arbeiten statt Betteln", das zum Aufbau so genannter Arbeitshäuser geführt hat. Hier sollten diejenigen, die der Mehrheitsgesellschaft auf der Tasche lagen durch Arbeit umerzogen werden. Man erkannte in den Bettlern und Obdachlosen nicht etwa Menschen, die aus verschiedenen Gründen durch alle sozialen Bindungen gerutscht sind, sondern solche mit der Krankheit Faulheit. Nicht selten konnten solche Anstalten übrigens von den Nazis ohne viel Aufwand in KZs umgewandelt werden.

Heute ist es nicht anders, seit Oktober gibts die staatlich subventionierten 1-Euro-Jobs. 1-Euro-Jobs sollen "zusätzlich" sein "und keine vorhandenen Arbeitsplätze ersetzen". Sie sind also unnötig. Das heisst der Nutzen ist nicht das, was aus der Arbeit entsteht, der Nutzen liegt in der Arbeit selbst: Wer der Mehrheit auf der Tasche liegt, soll arbeiten um von der Krankheit Faulheit geheilt zu werden, um wieder Mensch zu werden. Kommt Dir bekannt vor? Mir auch, denn ich hab auch den ersten Abschnitt geschrieben. Ein Euro-Jobs sind Disziplinierungsmaßnahmen, staatliche Erziehung. Und sie haben eine lange und finstere Tradition in Deutschland.

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